Klimaforum Heidekreis

Der Heidekreis macht sich auf den Weg in die Klimaneutralität

©Energieagentur Heidekreis
©Energieagentur Heidekreis

Anhaltende Trockenheit und Hitze lassen keinen Zweifel mehr aufkommen:
der Klimawandel ist da und zwingt uns zu handeln. Noch gibt es die Möglichkeit, den Wandel zu gestalten. Aus diesem Grund haben sich rund 100 Entscheiderinnen und Entscheider aus Verwaltung (Kommunen und Landkreis), Politik, Unternehmen der Region, lokale Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Wohnungswirtschaft und Tourismus auf Einladung der Energieagentur Heidekreis mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Heidekreis in Walsrode am 15. Juni 2023 zusammengefunden, um gemeinsam zu diskutieren und konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten.
Ziel des Forums war, Impulse und Ideen für das neu zu fassende Klimakonzept des Heidekreises, das derzeit durch das Büro target erarbeitet wird, zu entwickeln. Es soll den Weg in die Klimaneutralität weisen.
Tobias Timm, Geschäftsführer der target GmbH, zeigte die Ziele des Heidekreises auf: Bis 2040 soll der Heidekreis und bis 2035 die Heidekreisverwaltung klimaneutral sein. Ein umfangreiches und ambiti-oniertes Programm führte über den weltweiten Klimawandel bis zu den Möglichkeiten hier vor Ort im Landkreis. Alle Referenten waren sich in einem einig:
„Wir müssen alle schnell und konsequent handeln! Dabei geht es nicht mehr darum, den Klimawandel aufzuhalten, sondern ihn in erträglichen Bahnen zu halten“.
Prof. Dr. Markus Quante von der Leuphana Universität zeigt auf, inwieweit der Klimawandel uns bereits ergriffen hat. Die Veränderungen führen zu stabileren Wetterlagen, was Hitzewellen und Dürreperioden zur Folge hat. Auch wenn mit mehr Niederschlägen zu rechnen ist, werden diese nicht mehr ausreichen, um das Grundwasser aufzufüllen. Niederschläge werden verstärkt als Unwetter auftreten und durch die höheren Temperaturen die niederen Bodenschichten nicht mehr erreichen. Sein Fazit ist ernüchternd: Wir sind auf keinem guten Weg, die derzeitigen Maßnahmen sind keinesfalls ausreichend, um dem Klimawandel zu begegnen.
Holly Treiber vom Jugendforum Heidekreis unterstrich die Sorge der jüngeren Generation vor dem Klimawandel und erklärte, dass sie Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Älteren haben, wirkliche Veränderungen zu wollen und einzuleiten. Im Jugendforum wurden ausdrücklich ein Ausbau des ÖPNV und ein fahrradfreundlicher Ausbau der Innenstädte gefordert.
Theresa Weinsziehr von der Energieagentur Heidekreis hob die Aktivitäten hervor, die bereits jetzt im Hei-dekreis auf die Klimaneutralität hinzielen. Wärme- und Solarkataster sind bereits entstanden und viele Haushalte sind in lokalen Wärmenetzen klimaneutral versorgt.
Prof. Dr. Christian Berg, Honorarprofessor an TU Clausthal und Mitglied des Club of Rome, erläuterte die Chancen, die in der Nachhaltigkeit liegen: Innovationen werden vorangetrieben und für Unternehmen bietet sich die Chance, Kundinnen und Kunden sowie Fachkräfte mit der eigenen Klimaneutralität zu gewinnen.
Florian Koch von der iniciato GbR erklärte, dass unser auf materiellen Wohlstand ausgerichtetes Leben nicht nur dem Klima schadet, sondern oftmals auch uns selbst. Eine Veränderung muss damit nicht unbedingt mit Verzicht verbunden sein, sondern kann ein Gewinn auf anderer Ebene sein. Workshops zu verschiedenen Bereichen haben den Blick auf den Heidekreis gerichtet und die verschiedenen Aspekte vertieft.

Tenor aller Gespräche und Impulse war, dass man nur gemeinsam dem Klimawandel begegnen kann. Dabei kann Klimaschutz ein Impuls für Innovation und Standortattraktivität sein, wenn die Maßnahmen gemeinsam gut geplant und lokal umgesetzt werden. Die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen geht auch mit einer Unabhängigkeit gegenüber geopolitischen Krisen einher. Alle erarbeiteten Inhalte fließen in die Novellierung des Klimaschutzkonzeptes mit ein.

 Dienstag, 20. Juni 2023  10:16 [302 days]